
Anstieg der Metallpreise aufgrund von Sanktionen gegen Russland
Neue Sanktionen gegen Russland treiben die Metallpreise in die Höhe
Am 12. April 2024 kündigten die Behörden des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten neue Sanktionen gegen russische Metalle an, darunter Nickel, Kupfer und Aluminium. Diese werden an Metallbörsen in beiden Ländern gehandelt, darunter die London Metal Exchange die mit Abstand bekannteste ist. An der LME werden Metall-Terminkontrakte gehandelt, deren Basiswert tatsächlich in 450 Lagern in Europa, den USA und Asien gelagert ist. Diese neue Sanktion macht es unmöglich, Metall, das am 13. April 2024 oder danach produziert wurde, an den Metallbörsen zu handeln. Darüber hinaus haben die Amerikaner angekündigt, dass Metalle, die physisch in Russland produziert wurden, nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen.
Gestiegene Metallpreise
Im Vorfeld wurde erwartet, dass die Metallpreise an der London Metal Exchange aufgrund der mit dieser Meldung verbundenen Stimmung steigen würden. Schließlich ist Russland ein bedeutender Produzent von Nickel und Kupfer, darunter Nornickel sowie Aluminium. Die neuen Sanktionen würden zu einer Verknappung auf dem Markt führen. Bereits vor den eigentlichen Ankündigungen war an der LME ein Anstieg zu beobachten.
Am Montag, dem 4. März 2024, notierte eine Tonne Kupfer an der LME bei
7.778 €. Knapp zwei Wochen später, am 18. März, war dieser Wert bereits auf 8.237 € gestiegen. Ein Anstieg von fast 6 %, der vermutlich durch Spekulationen über eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland angeheizt wurde.
„Innerhalb von sechs Wochen ist der Einkaufspreis um gut 12 % gestiegen.“
Am 15. April stieg der Kupferpreis auf 8.800 € pro Tonne und schwankte im weiteren Verlauf der Woche um dieses Niveau. Innerhalb von sechs Wochen ist der Kupferpreis somit um gut 12 % gestiegen. Ein ähnliches Muster ist bei Aluminium zu beobachten, das am 4. März bei 2.011 € pro Tonne notierte und genau einen Monat später um 10 % höher bei 2.200 € pro Tonne lag. Unmittelbar nach der Verhängung der jüngsten Sanktionen stieg der Aluminiumpreis auf 2.364 € und liegt derzeit über 2.400 € pro Tonne. Dies entspricht einem Anstieg von fast 20 % innerhalb von 6 Wochen. Wir beobachten diese Preise genau. Die aktuellen Metallpreise, Kupferpreise sowie Aluminiumpreise in unserer Übersicht!
Ist Russland der wichtigste Metallproduzent?
Angesichts der oben genannten Entwicklungen könnte man den Eindruck gewinnen, dass Russland ein bedeutender Produzent von Metallen ist, die weltweit in der Industrie verwendet werden. Zwar ist Russland tatsächlich ein wichtiger Metallproduzent, doch beträgt sein Anteil an der weltweiten Produktion lediglich 5 % bei Aluminium, 6 % bei raffiniertem Nickel und 4 % bei Kupfer. Analysten sind der Ansicht, dass die Sanktionen keinen spürbaren Einfluss auf die weltweite Verfügbarkeit haben werden, auch weil alle russischen Metalle, die nachweislich vor dem 13. April produziert wurden, weiterhin gehandelt werden dürfen.
Dumping von russischem Metall auf Märkten außerhalb der EU und der USA
Industrielle Abnehmer von Metallen befürchten, dass russische Hersteller Kupfer, Aluminium und Nickel außerhalb der EU und der USA zu erheblichen Preisnachlässen anbieten werden, um auf diese Weise doch noch Geld für ihre Rohstoffe zu erhalten. Großabnehmer wie China und Indien werden diese Angebote voraussichtlich gerne in Anspruch nehmen, ohne Rücksicht auf die EU und die USA zu nehmen.
Wie sich dieses Szenario in den kommenden Monaten entwickeln wird, könnte einen Vorgeschmack auf das geopolitische Schachspiel geben, das in den kommenden Jahren regelmäßig zum Tragen kommen wird – nämlich um die Verfügbarkeit der für die Energiewende benötigten Rohstoffe.
China hat derzeit einen Anteil von 95 % an der weltweiten Produktion der für die Energiewende benötigten Metalle, was darauf hindeutet, dass wir eigentlich eher von einer Rohstoffwende sprechen sollten.
Brauchst du Hilfe?
Haben Sie Fragen oder möchten Sie sofort Hilfe erhalten? Unser Team steht bereit, um Sie persönlich zu beraten und Ihnen die passende Lösung anzubieten.
