
Metallpreise im freien Fall aufgrund strenger Lockdown-Maßnahmen in China
Auf den Metallmärkten herrscht schon seit einiger Zeit Hochstimmung. Ob es nun um Aluminium, Zink, Kupfer, Eisen oder Nickel geht – alle haben in den vergangenen Monaten absolute Rekordhöhen erreicht. Im Jahr 2021 wurden die Preise noch zusätzlich durch die Weltwirtschaft in die Höhe getrieben, die wieder auf Hochtouren lief. Covid erwies sich für viele nur noch als unangenehme Erinnerung, und die Erholung verlief beispiellos gut.
Am 24. Februar dieses Jahres begann der Einmarsch Russlands in die Ukraine. Es ist bitter, aber dies wurde zum Auslöser für noch drastischere Preisanstiege bei allen Metallen. Man ging davon aus, dass es durch Handelsembargos und die mögliche Zerstörung von Stahlwerken zu enormen Engpässen kommen würde. Dadurch entstand der Spitzenwert, den wir in dieser Grafik der Argus Media Group sehen:

Dennoch haben sich diese Erwartungen nicht ganz erfüllt. Russland und die Ukraine sind zusammen für die Produktion von ca. 2 Millionen Tonnen Rohstahl und 1,5 Millionen Tonnen Roheisen verantwortlich, die jährlich ihren Weg in die EU finden. Das scheinen enorme Mengen zu sein, doch die EU konnte dies im Nachhinein gut auffangen. Das liegt zum Teil daran, dass russische Metalle nicht wirklich unter die Handelsembargos fallen. Zudem wurde mehr Rohstahl aus der Türkei importiert und die eigene Produktion der europäischen Stahlwerke hochgefahren.
Dennoch hat sich auch jetzt wieder gezeigt, dass China als Wirtschaftsgigant der entscheidende Faktor für Preisschwankungen ist. Am 28. März wurde in Shanghai aufgrund eines neuen Covid-Ausbruchs ein strenger Lockdown verhängt. Infolgedessen warten zahlreiche Seeschiffe vor dem Hafen darauf, beladen und/oder entladen zu werden. Das führt natürlich zu enormen Verzögerungen, die die ohnehin schon bestehenden Störungen in der Lieferkette erheblich verstärken.
Diese Entwicklung wird das Wachstum der Weltwirtschaft etwas abflachen. Möglicherweise werden daher auch weniger Rohstoffe für die Herstellung von Materialien benötigt. Aus diesem Grund ist in der obigen Grafik eine Art freier Fall zu erkennen. Darüber hinaus gibt es kaum Anlass zur Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung. Die Gerüchte, dass weitere große chinesische Städte einem Lockdown folgen werden, in der Hoffnung, die Covid-Infektionen vollständig auszumerzen, werden nämlich immer lauter.
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