
Kein Abfall, sondern Rohstoff: Kreislaufwirtschaft in der Praxis
Im Edelstahlwerk Aperam im belgischen Chatelet fanden in diesem Jahr umfangreiche Wartungsarbeiten statt. Bei einer Anlage musste die gesamte 45 Tonnen (45.000 Kilogramm) schwere Kardanwelle ausgetauscht werden. Aperam hat sich dafür entschieden, diese nachhaltig zu recyceln. Das gesamte Projekt wurde an den Spezialisten Krommenhoek Metals vergeben.
Wir vertreten die Kreislaufwirtschaftsphilosophie, Metalle und andere wertvolle Rohstoffe so lange wie möglich in der Wertschöpfungskette zu halten. In diesem Fall hat Krommenhoek die Kardanwelle daher in „handliche Stücke“ zerlegt zurückgeliefert. Diese kann Aperam wiederum als Rohstoff für die eigene Produktion von Edelstahl verwenden.
Mitte Oktober war es nach wochenlangen Vorbereitungen endlich soweit. Im Werk von Aperam stand ein Schwerlastkran, der speziell für diesen Zweck vorgesehen war. Mit diesem wurde die alte Kardanwelle auf einen Lkw von Arjen Kandt verladen, einem Spezialisten für den Transport schwerer und außergewöhnlicher Objekte. Bei Krommenhoek Metals wurde die Welle mit den firmeneigenen 4 x 25-Mt-Laufkränen in einem Zug vom Lkw gehoben und in die Halle entladen.
Die Kardanwelle mit einer Dicke von 600 bis 1140 mm wurde innerhalb von drei Tagen mit einem Schneidbrenner kurz angebrannt. Krommenhoek hat fünfzehn Teile mit einem Gewicht von jeweils etwa drei Tonnen an Aperam zurückgeliefert. Inzwischen wurden sie dort im Werk bereits wieder zu einem neuen Produkt eingeschmolzen.
„Krommenhoek Metals und Aperam sparen durch das Recycling von Schrott 33 Kilotonnen CO₂ ein“
Durch die Verwendung eigener Abfälle als Rohstoff für die Produktion hat das belgische Unternehmen in Zusammenarbeit mit Krommenhoek Metals eine enorme CO₂-Einsparung erzielt. Im Vergleich zur Gewinnung von Primärrohstoffen aus der Erde beläuft sich diese Einsparung auf 33 Kilotonnen CO₂. Quelle: MRF-Rechentool
Über die nachhaltigen Recyclingunternehmen Aperam und Krommenhoek Metals
Aperam ist weltweit einer der größten und innovativsten Hersteller von Edelstahl, Stahl und Spezialstahl. Der Konzern ist in vierzig Ländern tätig und produziert jährlich 2,5 Millionen Tonnen Edelstahl. Aperam verfügt über insgesamt sechs Produktionsstandorte, die sich auf Brasilien, Belgien und Frankreich verteilen. Die Produkte des Unternehmens kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz, darunter in der Automobil-, Petrochemie-, Schifffahrts-, Biogas- und Wasserwirtschaft. Ein wichtiger Schwerpunkt für die kommenden Jahre ist die nachhaltige Stahlproduktion. Aperam hat sich zum Ziel gesetzt, den Energie- und Wasserverbrauch bis 2030 noch weiter zu senken. Ab 2050 will das Unternehmen vollständig CO₂-neutral arbeiten.
Krommenhoek Metals ist ein Familienunternehmen aus Rotterdam, das im Recycling von Alt-Eisen und Altmetallen tätig ist. Die Sammlung an der Quelle, die Aufbereitung zu Fertigprodukten und der effiziente Vertrieb an Schmelzwerke im In- und Ausland gehören zu den Kernaktivitäten des fast hundert Jahre alten Unternehmens. Sozial verantwortliches Unternehmertum ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. So sollen die CO₂-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2019 um 49 % reduziert werden. Darüber hinaus wird intensiv an einer fairen und sicheren Metallversorgungskette gearbeitet. Zu diesem Zweck laufen verschiedene internationale Projekte im Bereich fairer Arbeitsbedingungen, unter anderem in Indien. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

https://www.aperamchatelet.be/fr/
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