
Schutzbedürftige Menschen zerlegen Elektroschrott für Krommenhoek Metals
Für die Demontage von Elektronikschrott beschäftigt der Schrotthändler Krommenhoek Metals regelmäßig Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Das ist nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine geschäftliche Entscheidung. „Ich kann meine Kunden mit gutem Gewissen dorthin mitnehmen.“
„Vertrauen und Wertschätzung aufbauen – darum geht es“
Computer, Serverschränke und anderer Elektronikschrott … Eigentlich wird alles, was einen Stecker hat – außer Bildschirmen und Kühlschränken – in der Demontagehalle derStiftung „Samen Werken“in Bergen op Zoom auseinandergeschraubt und zerlegt. Die Halle ist gemäß den RIVM-Richtlinien eingerichtet, sodass jeder einen Abstand von 1,5 Metern einhalten kann. Überall stehen große Behälter und Säcke mit Elektromotoren, Leiterplatten, Eisen, Kunststoff, Kabeln und anderen Materialien. Es ist wichtig, während des Demontageprozesses so viele verschiedene Komponenten wie möglich zu trennen: Je feiner die Demontage, desto größer der Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Der Somalier Baschir Hassan Ramadaan ist zufrieden mit der Arbeit, die er bei der Stiftung für Krommenhoek Metals verrichtet. In seinem Heimatland verlegte er Fußböden, doch in den fünf Jahren, die er nun in den Niederlanden lebt, stellte er fest, dass es schwierig – wenn nicht gar unmöglich – war, hier Arbeit zu finden. Jetzt zerlegt er vier Tage pro Woche Elektroschrott. „Man hat mir hier sehr geholfen. Ich finde diese Arbeit abwechslungsreich, sie macht mir sogar mehr Spaß als mein ursprünglicher Job“, lacht er, während er mit einem Akkuschrauber ein PC-Gehäuse auseinanderbaut.
Krommenhoek Metals liefert durchschnittlich einmal pro Woche eine Ladung Elektronikschrott bei der Stiftung ab, wo etwa 20 Klienten in der Demontageabteilung arbeiten. „Sobald wir einen Anruf erhalten, dass wieder eine Ladung zerlegt ist, holen wir sie ab, damit wir einen kleinen Teil wiederverwenden können und der Rest von unserer Computer- und Elektronik-Recyclingabteilung für das Recycling vorbereitet wird“, erklärt Robert Schlömer, Kundenbetreuer bei Krommenhoek Metals aus Rotterdam, einem Unternehmen, das hauptsächlich Altmetall und Altmetalle sammelt.
Selbstständigkeit fördern
„Samen Werken“ richtet sich an schutzbedürftige Zielgruppen: Menschen, die traumatisiert und entmutigt sind und (noch) nicht im regulären Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Dazu gehören sowohl Flüchtlinge, ehemals Obdachlose, Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte, Personen, die mit der Bewährungshilfe zu tun haben, Menschen mit einer Behinderung als auch Menschen, die schwer krank sind (waren) oder einen Unfall hatten. „Wir fördern die Selbstständigkeit von Menschen ohne oder mit unklaren Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, indem wir sie durch gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten sozial aktivieren“, erklärt Betriebsleiter Ger Wierckx. „Vertrauen aufbauen und Wertschätzung erfahren – darum geht es hier.“
Das merkt auch Angela Valenzuela, eine energiegeladene Spanierin, die man als die „fliegende Torhüterin“ der Stiftung bezeichnen könnte. „Ich stehe hinter der Theke in der Kantine, packe Kartons mit Unmengen ausrangierter Elektronik aus, habe aber auch Stuhlbezüge genäht. Und was glaubst du, wer hier zusammen mit ihrem Freund den Laminatboden verlegt hat?“, lacht Angela mit einem strahlenden Lächeln. Die Arbeit hier hat sie enorm aufgeheitert. „Und genau das sehe ich auch bei anderen Menschen, die hierherkommen. Ist das nicht toll?“
Arbeit – der beste Weg zur Fürsorge
Ob es nun um die Demontage von Elektroschrott, die Beseitigung von wildem Müll, Gartenpflege, Umzüge oder die Reparatur und Wartung gebrauchter Fahrräder geht – bei der Stiftung „Samen Werken“ findet sich immer etwas Passendes. „Arbeiten ist die beste Form der Betreuung. In unserem Programm lernst du – unter Beibehaltung deiner Sozialleistungen –, was Struktur bedeutet und welche Vorteile sie mit sich bringt. Du lernst, wie man sich am Arbeitsplatz verhält und wie man sich gegenüber Kollegen verhält. Und manche Menschen entdecken dabei auch neue Talente“, erzählt Wierckx.
Laut Schlömer – der im Durchschnitt einen Tag pro Woche bei der Stiftung in Bergen op Zoom anzutreffen ist – gibt das ein gutes Gefühl. „Nicht nur unter dem Gesichtspunkt der sozialen Unternehmensverantwortung, sondern auch, weil hier nach dem WEELABEX-Standard gearbeitet wird.“ Diese Abkürzung steht für „Waste Electric and Electronic Equipment Label of Excellence“, einen Standard für die Sammlung, Lagerung, den Transport, die Aufbereitung, das Recycling und die Wiederverwendung von Geräten. „Das bedeutet, dass die Arbeit hier professionell und prozessorientiert abläuft und dass die Kontrollen streng sind. Außerdem steigt die Produktivität stetig. Ich kann Kunden hier immer mit gutem Gewissen hinführen.“
Ester Schop

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